oder warum Quoten den Druck auf die vermeintlich geförderten erhöht, ohne die Bedingungen zu verbessern.
Ich bin unter allen Aspekten (Sozialisierung, Chromosomen, Gefühle usw. ) eine Frau.
Und ich finde das sehr schön.
Ich habe einen Schuhtick und lebe ihn hemmungslos aus. Auch glaube ich nicht, dass ich mich als Mann tarnen muss, um emanzipiert zu sein.
Ich habe auch bisher fast alles erreicht, was ich wollte, und wenn ich es nicht erreicht habe, dann lag es nicht daran, dass ich eine Frau bin, sondern daran, dass ich ganz banal gescheitert bin.
So viel also zu mir.
Das alleine erklärt natürlich nicht, warum ich nicht nur kein Freund sondern sogar ein dedizierter Feind von Quoten bin. Quoten erzeugen einen Erfolgsdruck bei der vermeintlich geförderten Bevölkerungsgruppe ohne gleichzeitig die Rahmenbedingungen zu verbessern.
Nehmen wir zum Beispiel die viel beschworene Frauenquote in Führungspositionen.
Durch die Einführung dieser Quote werden die Frauen unter Druck gesetzt, denn sie "können es ja schaffen" (unterschwellig: wenn sie es nur wollen, wer es also nicht schafft, ist faul/nicht ehrgeizig genug/schlecht...). Dabei werden die Rahmenbedingungen völlig außen vor gelassen. Denn durch die Quote verbessert sich nichts an diesen Rahmenbedingungen, die eigentlich dafür verantwortlich sind, dass Frauen nicht so leicht befördert werden.
Das liegt nämlich nicht daran, dass Männer unter sich in der Führungsetage bleiben wollen (oder nur in den seltensten Fällen) sondern daran, dass Frauen in vielen Fällen Mütter sind. Mütter arbeiten, wegen der desolaten Betreuungslage und dem sozialen Druck in ihrem Umfeld , öfter in Teilzeit, und Teilzeitkräften wird die Belastung einer Führungsstelle nur selten zugetraut.
Solange also eine Mutter, die arbeiten muss oder möchte noch immer von Ihrem Umfeld als Rabenmutter bezeichnet wird, solange es die Diskussionen gibt unter dem Tenor 'Wozu schaffe ich mir dann Kinder an' als wäre die Mutter als Heimchen am Herd noch immer das Mass aller Dinge, solange Ganztagsbereuungsangebote entweder unerschwinglich teuer oder unglaublich schlecht sind, solange der politische Wille spürbar ist, die Arbeitslosenstatistiken durch das heraushalten von Müttern zu frisiern, So lange wird sich an der Situation der Frauen in der Arbeitswelt nicht ändern.
Die die Karriere machen werden in den allermeisten Fällen Kinder oder Rücksichtslose Damen sein, die dann wieder ein sehr unangenehmes Bild der Frau in Führungspositionen abgeben.
Ohne ein Umdenken in unserem Umfeld bringt auch die schönste Quote nichts.
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