Blog von dans-la-vie-d-emmanuelle

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Mein Leben, (immer weniger) Piraten und Essen....


Mein Name ist Emmanuelle, und ich bin Pirat.

Veröffentlicht von dans-la-vie-d-emmanuelle auf 20. Dezember 2011, 21:17pm

Kategorien: #Piratiges

Die EMMA, das Pflichblatt der Emanzipierten Frau, hat sich der Piraten angenommen, und hat sich damit für mich entbehrlich gemacht.

Sie ist nicht in der Gegenwart angekommen und versucht noch immer überholte Schemata in die Gegenwart zu retten....

damit ist sie für mich nicht mehr zu retten.

EMMA's, wacht auf! Die Schlacht unserer Mütter ist geschlagen und, zum Teil, gewonnen. Jetzt wird es Zeit, weiter zu gehen.

Stein des Ansosses ist dieser Artikel.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/parteien/piraten-frauen-im-boot-bringen-unglueck/

 Darauf hin habe ich folgenden Leserbrief verfasst.

 

Ahoi ihr Frauen!

Ich bin 38 Jahre alt und arbeite als Controller bei einem großen regionalen Erstversicherer. Ich bin seit März 2011 aktiver Pirat.
Ich bin den Piraten beigetreten, weil ich mitmachen wollte.

 

Und das will ich immer noch.

Das mache ich jetzt seit etwas über einem Monat als Vorstandsvorsitzende des Bezirksverbandes Oberbayern und ich wurde ohne jede Quote oder Gender-Diskussion in dieses Amt gewählt. Es gab bei meiner Wahl viele Argumente gegen mich, und noch mehr für mich. Daß ich eine Frau bin gehörte nicht dazu.

Ich habe mich vor den ca. 100 anwesenden Piraten vorgestellt, und gesagt wofür ich stehe.

Ich stehe für Transparenz, und für die Kommunikation unserer Ziele in der Fläche.

 

Sind das 'Weibliche' oder 'Männliche' Ziele?

 

Wir stehen für gesellschaftliche Teilhabe und Bildung und wollen ein neues Miteinander von Politik und Bürgern erreichen, in dem beide Seiten es wieder lernen, aufeinander zu hören.

Diese Bewegung, und der Gedanke, dass er keine Utopie ist, kommt aus dem Netz. Einem Ort, an dem man 'Deuxcvsix' heißt, und nicht Emmanuelle. Einem Ort, an dem es völlig egal ist, ob das Gegenüber ein Mann oder eine Frau ist (genau weiß man es meist sowieso frühestens, wenn man sich gegenübersteht, wenn das mal passiert). Einem Ort, an dem ich einen Buckel und zwei Nasen haben kann, ohne, dass sich jemand daran stört.

Nicht nur weil 'Digital Natives' an sich toleranter sind, sondern hauptsächlich, weil es in erster Linie um Inhalte geht.

 

Seit dem wir in der Öffentlichkeit stehen wird uns vorgeworfen, dass es so wenig Frauen bei den Piraten gäbe und ich verstehe noch immer nicht, was da das Problem ist. Jede Frau, die sich engagieren möchte, wird mit offenen Armen empfangen. Genauso, wie jeder Mann. Wir haben im Bundes-Vorstand prozentual eine ähnliche Verteilung zwischen Männern und Frauen wie in der Basis. Was ist daran so schlimm?


In anderen Parteien gibt es 52% Frauen und im Landtag kommen nur noch 25% an. Da geht die Hälfte der Frauen im machistischen Machtgerangel unter.

Da ist mir ein menschlicher Umgang der das Geschlecht nicht thematisiert erheblich lieber. Bei vielen Menschen, mit denen ich in der Politischen Arbeit bei den Piraten zu tun habe, habe ich nicht den Hauch einer Ahnung, ob es sich um Männer oder Frauen oder irgendwas dazwischen handelt. Und ganz ehrlich ist es mir auch völlig egal.

Liebe Emma, um es kurz zu machen.
Der Geschlechterkampf ist vorbei. Willkommen in einer Gegenwart in der es, außer vielleicht für die Fortpflanzung und die eigenen sexuellen Vorlieben völlig egal ist, ob der Mensch, mit dem man zu tun hat nun ein oder zwei X bekommen hat.

Mein Name ist Emmanuelle, und ich bin Pirat.

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Thomas N. 12/27/2011 02:58

Hallo!

Ein Zitat aus dem Text: "Nicht nur weil 'Digital Natives' an sich toleranter sind [...]" - dazu mal ganz neugierig gefragt: Wie kommt es zu dieser Behauptung?

Meine Fragestellung lässt ja schon vermuten, dass ich dieser Formulierung kritisch gegenüberstehe.
Wer im Netz aufgewachsen ist, kann auch pädophil, Neonazi, Amokläufer, Selbstmordinteressierter, EMMA-Leser oder Bayernfan sein. Ich sehe das Netz als Medium, nicht als Inhalt - dadurch können alle
Inhalte im Netz vertreten sein, auch jene, die dem Grundgedanken der Toleranz entgegenstehen.

Weiter gefast: Je mehr das Netz zu einer Selbstverständlichkeit wird, umso mehr spiegelt sich die Gesellschaft in ihm...und das kann dann auch bedeuten, dass sich intolerante Züge der Gesellschaft
im Netz spiegeln.

DanielaKayB 12/23/2011 09:39

Das ist ein Klasse-Post, und er hat mich dazu verführt, der EMMA in meinem Blog auch noch mal vor's Schienbein zu treten!

Ronny 12/22/2011 17:00

Jaa, das ist nett. Also für mich war die "EMMA" schon immer entbehrlich, aber für ein paar Lacher gut.
Allerdings fand ich den Artikel in Auszügen so rein gar nicht lustig, sondern einfach nur diffamierend.
Das sie über die "Männerwelt" herziehen, ok - aber über eine Partei die sich nach Kräften bemüht eben nicht den Geschlechterkampf aufkommen zu lassen so herzuziehen - es ist, als ob die Damen der
"EMMA" ihren Geschlechtsgenossinnen in den Rücken fallen wollen, um sich selbst in der ´"Boshaftigkeit" der Männerwelt wieder zu erkennen.
Ich hab meinen "Leserbrief" kurz gefasst, schließlich habe ich meinen männlichen Namen verwendet. :)

Aber ich finde es super, dass es auch in den Östrogen geschwängerten Reihen Widerspruch zu diesen saudämlichen Artikel gibt. :)

Und das, wo ich selbst bald nach Bayern ziehe - sind da alle Mädels so streitbar? :D

Alex 12/21/2011 14:36

Super. Aber du bist die Vorsitzende eines ganzen Bezirksverbands, nicht irgendeines Vorstands. Also, "Vorstandsvoristzende" weg, "Vorsitzende" hin.

Laura 12/21/2011 01:45

Der EMMA-Artikel ist undifferenziert und macht falsche Unterstellungen. Dass wir Piraten in einer kleinen heilen Postgender-Welt leben sollen, wird dadurch aber trotzdem nicht richtiger.

Dadurch, dass das Geschlecht nicht mehr thematisiert wird, verschwinden unsere im Unterbewusstsein zementierten Geschlechterbilder auch nicht -- im Gegenteil. Wäre Geschlecht kein Thema mehr, wäre
das toll. Dem ist aber nicht so und deswegen müssen wir auch darüber sprechen.
Dass jede Frau, die sich engagieren möchte, mit offenen Armen empfangen wird, mag sein (ich habe mich nicht immer so gefühlt). Aber warum möchten sich nur vergleichsweise wenige Frauen engagieren?
Das ist ein Problem, dem wir uns widmen müssen.

Das Thema ist längst noch nicht abgehakt. Das Geschlecht eines Menschen spielt weitaus häufiger eine Rolle, als nur bei der Sexualität. Wir haben unbewusste Vorstellungen von "männlich" und
"weiblich". Wir denken binär. Wenn wir postgender als Ideal haben, müssen wir uns erst einmal im Hier und Jetzt mit Gender beschäftigen. Und nicht so tun, als würde wir doch alles schon ganz toll
machen. War unser Anspruch nicht, dazu zu stehen, wenn wir Fehler machen oder etwas nicht wissen/können?
Wir sind alle in einer Gesellschaft mit binären Geschlechterkategorien aufgewachsen, wie sollten wir da frei von ihnen sein?
Die EMMA macht uns Vorwürfe, die so nicht stimmen. Daraus dürfen wir nicht schließen, dass es nicht trotzdem legitime Vorwürfe gibt.

Emmanuelle 12/21/2011 10:46



Ich sehe das anders. Ja, im Arbeitsleben ist es noch so (siehe meinen 'Petra' Artikel) aber bei den Piraten (und damit in der Zukunft) sehe ich das anders.


Netürlich reagiere ich anders als mein Mann, aber ich reagiere sicher auch anders als Du, und wir sind beide Frauen.


Das Geschlecht zum Zentrum aller Betrachungen zu machen misst ihm ein Gewicht zu, welches es in meinen Augen nicht hat. Es macht einen viel Grösseren Unterschied, ob Du in München, Kinshasa oder
Berlin gross geworden bist, als ob Du eine Frau oder ein Mann bist.



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